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Praktikum Haiforschung 2 PDF Drucken E-Mail
Samstag, 21. Februar 2009 16:10

Hi Leute,


wieder ich aus Suedafrika. Jetzt mal mit etwas mehr zu erzaehlen als in der 1. Woche. Wie gesagt der Ablauf ist gleich geblieben, mit dem Boot aufs Meer um Haie anzulocken. Mit der Zeit wird man besser und kann eher voraussagen wie sich Haie verschiedenen Alters verhalten. Zum Anfang hat man die Junghaie (1.5-2.5 Meter) welche einige Zeit das Boot umkreisen und dann versuchen die Beute zu Fressen. Diese ziehen wir dann ans Boot heran um den Hai nahe genug heranzuleiten damit seine Rueckenflosse aus dem Wasser ragt. Die DNA Probe holen wir uns mit einem Speer welcher ein Gewinde an seiner Spitze hat und stossen diesen unterhalb der Rueckenflosse in die Haut des Hais. Hoert sich relativ brutal an aber die Haie merken meist garn nichts davon und versuchen sogar weiterhin die Beute zu fressen. Die aelteren Tiere sind da schon etwas geschickter. Sie lassen sich kaum blicken und greiffen nach der Beute von unten sodass man sie kaum kommen sieht. Dies hat vor allem mit ihrem veraenderten Jagdverhalten zu tun, da sie im Gegensatz zu den Jungtieren, die sich meist von Fisch ernaehren, normalerweise Robben an der Wasseroberflaeche jagen. Aber nachdem man ein, zwei Buendel Fischkoepfe an die Haie verloren hat kommt man auch da gut raus.

Als kleine Abwechslung zu den Weissen Haien habe ich mit vier anderen Praktikanten letzte Woche einer anderen Forschungsgrupe in der Naehe ausgeholfen, welche sich auf das Bewegungsverhalten der Stierhaie spezialisiert hat. Stierhaie sind eine der wenigen Haiarten die sich auch im Suesswasser aufhalten. Sie halten sich meist an Flussmuendungen die im Meer enden auf und pendeln den Fluss hoch und runter, wodurch sie osmoregulatorisch interessant sind da sich die salinitaet dementsprechend aendert. Die Gruppe hat ein schwangeres, vier Meter langes Weibchen mit einem Sender versehen und wir haben ueber 4 Tage in Schichten a vier Stundenden Hai mit einem Boot verfolgt. Dazu hatten wir den VR100 (Hydrophon) ein tolles Geraet welches einem die Naehe des Haies durch mehr oder weniger lautes piepsen vermittelt. Das war auch schon das maximale was man von dem Hai mitbekommen hat, da sie sich nicht sehen lassen wollte. Trotzdem ist es krass wenn man um 3 Uhr morgens mit keinem Licht ausser dem von Mond und Sternen auf einem Schlauchboot sitzt und ein Riesenhai unter einem schwimmt.

Das wars fuer heute und ich hoffe ich kann euch einen guten Einblick ueber dieses Praktikum geben. Gruss vom unteren Ende der Welt,

Euer Marc

PS: Noch ein Bild von einem kleinen Hammerhai, keine Bange, der schwimmt schon wieder froehlich im Meer.

 

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